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Samstag der 28. Januar 2017

Brief an meinen Sohn Dennis zu seinem 18. Geburtstag

 

Lieber Dennis,

heute ist dein 18. Geburtstag und ich schreibe dir, weil ich unendlich dankbar dafür bin, dass DU vor so langer Zeit in mein Leben gekommen bist – du Geschenk Gottes.

Dennis Geburtstag als Gottes GeschenkDie Jahreslosung für dieses Jahr 2017 steht in Hesekiel und lautet passenderweise:

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Genau dies hat unser himmlischer Vater für uns beide getan. Aufgrund seiner Gnade durften wir beide einen Neuanfang starten. 

Ich selber habe dabei noch so vieles zu lernen und werde nie fertig sein. Es wird in unserem Leben noch weiteres Leid geben. Warum Gott manchmal direkt eingreift und manchmal nicht? Keine Ahnung. Aber Gottes Wege sind höher als meine Wege, und ich vertraue ihm einfach. Ich sehe mich als lebenslangen Lehrling, der in die liebevolle Schule des Höchsten gehen darf, an Jesu Hand jeden Morgen neu startet, in der Gewissheit, dass ich nicht tiefer fallen kann, als in seine Hand.

Ich weiß, dass Gott die reine Liebe ist. „Sooft ich dachte, jetzt ist alles aus, halfst du mir in Liebe wieder auf, als quälende Sorgen mir Angst machten, hast du mich beruhigt und getröstet.“ (Psalm 94, 18-19).

Genau so habe ich es unzählige Male erlebt. Sein Heiliger Geist ist mein Beistand und Tröster. Kleine und große Wunder durfte ich erleben und auch, dass Gott durch Menschen wirkt. So viele wunderbare Menschen hätte ich ohne dich nicht kennengelernt.

wer den Namen des Herrn anruft wird gerettet werden ApostelgeschichteAuch hätte ich nicht erkannt, dass ich ohne meinen Heiland nichts bin und dass es niemals reicht, wenn ich aus eigener Kraft versuche, unser Leben zu regeln. Früher war ich oft erschöpft, wenn ich versuchte, alles alleine zu regeln. Mit Gott bekomme ich Kraft, die Dinge zu tun, für die er mich beauftragt. „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.” (2. Korinther 12,9). Diese Erkenntnis habe ich fest in meinem Herzen.

Die vergangenen 18 Jahre waren nicht immer nur schön, sondern oft sehr sehr schwer und haben mich absolut an meine Grenzen gebracht und mir viel Leid zugefügt. Aber auch viel Freude. Es wird auch in Zukunft schwere Zeiten für uns geben. Aber es ist immer meine eigene Entscheidung, wie ich mit Sorgen in meinem Leben umgehe: ob ich Gott in meiner Not fest vertraue und geduldig auf ihn höre, weil ich weiß, dass er uns niemals fallen lässt.

Dieses Vertrauen und seinen Frieden schenkt uns Gott, wenn wir ihn ernsthaft darum bitten: „Herr, du schenkst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut.“ (Jesaja 26, 3-4).

Lieber Dennis, es gibt keinen Tag, an dem ich nicht voller Liebe und Freude in meinem Herzen an dich denke. Du bist wunderbar und einzigartig – und ich habe dich sehr lieb!